Pro & Contra Trockenfutter

Unsere persönliche Einschätzung auf Grund von Erfahrungen und Studien mit
dem Schwerpunkt Hund.


 Warum Trockenfutter?
 Ist Trockenfutter schädlich?
 Versorgt Trockenfutter mein Tier (Hund oder Katze) dauerhaft mit allen Nährstoffen?
 Wie gut ist die Verdauung mit Trockenfutter?
 Warum wird es Empfohlen?
 Was sagt die Deklaration aus?
 Was sind die Hauptinhaltstoffe?
 ….



Fragen über Fragen die wir hier gerne beantworten und noch ein paar weitere Tipps geben.
Natürlich, wie immer erhebt dieses Handout keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es dient als Basis
zur Information und Hilfestellung bei der Fütterungsentscheidung. Aus Gründen der
Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form gewählt, es ist jedoch
immer die weibliche oder sächliche Form mitgemeint.


Hundehalter haben heute eine sehr große Auswahl an Hundefutter vor sich. Da fällt es nicht immer
leicht sich zu entscheiden. Dazu kommt noch die Werbung, die Aufmachung, Informationen aus den
Medien und Internet. Bei der Anschaffung eines Hundes macht man sich selten Gedanken über
Qualitätsfutter, zudem wurde früher ja auch „alles“ verfüttert und den Rest wird wohl der
Gesetzgeber machen, sprich „wird schon nichts schlechtes drin sein“.


Was sollte beim Kauf von Futter beachtet werden? Es muss artgerecht und gesund sein. Das
bedeutet, es muss einen hohen Fleischanteil beinhalten, sollte auf glutenhaltiges Getreide und
synthetische Stoffe verzichten sowie allen Bedürfnissen des Tieres entsprechen.
Sie sehen, es ist eine Wissenschaft, dass richtige zu Füttern. Wir wollen ihnen das „Studium“
erleichtern und haben die wichtigsten Standpunkte zusammengefasst. Viel Spaß beim
„durcharbeiten“ – zum Wohle unserer Lieblinge


 Etwas Geschichte - Wie das heutige Trockenfutter entstand:


Ab dem 19. Jahrhundert brachte die industrielle Revolution eine neue Sicht auf den Hund mit sich. Er
wurde zum Luxusgut. Die Veterinärmedizin entwickelte sich und auch die (Tier-) futterindustrie
nutzte diesen Trend und startete die Produktion von speziellem Hundefutter. Zu Beginn bestand das
industrielle Hundefutter Hauptsächlich aus Fleischresten, Rinderblut, (Schlachtabfälle), Weizen,
Rüben und Gemüse. Das erste Futter war Trockenfutter – die sogenannten Hundekuchen ( welch ein
gelungener Begriff). Anfang des 20. Jahrhunderts kamen dann die ersten Hundefutter-Dosen mit
Pferdefleisch auf den Markt. Als das Pferd durch das Automobil ersetzt wurde, hatte es ausgedient.
Pferdefleisch war daher billig. Die Dosen entwickelten sich und waren bequem. Ab dem 2ten
Weltkrieg, als Aluminium teuer war, mussten Alternativen gesucht werden. Das heutige
Trockenfutter entstand.
Nun galt und gilt es natürlich auch dieses Trockenfutter zu vermarkten. Es wurden alle Vorzüge
ausgearbeitet.
Einfach Dosierbar, lange Haltbar, einfach zu transportieren und aufbewahren, es sättigt das Tier, es
fällt kein Dosenmüll an, man braucht selbst nicht zu kochen, spart Zeit und Geld, richtet keinen
Schaden an, u.v.m.
Desweiteren galt es die Beschreibung (Deklaration) auszuformulieren, sodass der Konsument das
Gefühl hat, das Richtige zu kaufen.
Das Gesetzt tut hier sein weiteres und ist in vielen Ländern unterschiedlich. Die Schweden sind hier
viel strenger als die meisten anderen Staaten.
Beide Sorten (Nass- und Trocken) haben ihre Daseins-Berechtigung, mit ganz unterschiedlicher
Sichtweise. Es liegt am Halter, wo er seine Präferenzen legt.
An der Bequemlichkeit oder an der Qualität
Natürlich spielt oft auch der Preis eine Rolle. Wir, für unseren Teil, haben uns immer wieder gefragt,
wie es möglich ist qualitativ hochwertiges Futter für unter Euro 1,50 pro Kilo verkaufen zu können.
Mit dem Schluss, dass dies nicht möglich ist. Gute Qualität kostet Geld.


Und der zusätzlichen Frage:
Ist Trockenfutter eine artgerechte Ernährung?


Der Hund ist kein Allesfresser (wie ein Schwein oder auch Mensch)
Dies zeigt sich nicht nur aus evolutionärer Sicht. Das Gebiss des Hundes gibt klaren Aufschluss
darüber, welche Ernährungsweise für den Hund vorgesehen war. So entsprechen die Zähne, der
Darm und die gesamte Verdauungsphysiologie des Vierbeiners ganz klar der eines Fleischfressers,
wie man es auch von vielen anderen Tierarten kennt. Der ausklappbare, beeindruckend kräftige
Kiefer und die eck- und dreieckförmigen Zähne eignen sich hervorragend um Fleisch aus dem
Beutetier zu reißen, Knorpel zu zermahlen und sogar Knochen zu zerkleinern.

Gleichzeitig fehlen die Mahlzähne vollständig, die Zähne die von Pflanzenfressern benötigt werden,
um Pflanzenmaterial im Maul kleinzumahlen und somit auf eine Verarbeitung im Magen
vorzubereiten. Auch im Magen selbst kann man deutlich erkennen, dass es sich beim Hund um einen
Fleischfresser handelt: So mangelt es ihm an einem für Pflanzenfresser typischen Vierkammer-
Magen, der für eine langsame Verdauung und Gärung von komplexen Kohlenhydraten (= für die
Stärke, die aus Pflanzen und Getreide gewonnen wird) zuständig ist. Stattdessen verfügen unsere
Hunde über einen großen Magen, der an einen sehr kurzen Verdauungstrakt und Blinddarm
anschließt.


Durch das fehlende Enzym Amylase ist es für den Hund schwer Gluten aufzuspalten.
Daraus ergibt sich, dass der Hund große Mengen an proteinreichen Lebensmitteln verzehren muss,
die wiederrum in kurzer Zeit verdaut werden und eine möglichst schnelle Absorption von
Nährstoffen gewährleisten, damit der Hund stets mit ausreichend Energie versorgt werden kann. Das
sorgt dafür, dass der Hund in der freien Wildnis ohne Probleme mehrere Tage ohne
Futter auskommen kann – es steht eben nicht immer Beute zur Verfügung. Und es würde dem Hund
auch in der größten Hungersnot einfallen, das Feld eines Bauern zu besuchen und dessen Getreide zu
stehlen.


 Warum Trockenfutter ungeeignet ist:


Wenn man die Ethologie von Hunden betrachtet, stellt man schnell fest, dass es sich um beinahe
vollständige Fleischfresser handelt. Im direkten Widerspruch dazu steht jedoch unsere heutige Art
unsere Hunde zu füttern – denn Trockenfutter besteht in den meisten Fällen aus mindestens 60 %
Kohlenhydraten, einer ausgesprochen geringen Feuchtigkeit und nur minimalen Mengen Protein,
welches zudem meist nur eine absolut minderwertige Qualität aufweist.

Der größte Teil der im Trockenfutter vorkommenden Proteine stammt zudem aus rein pflanzlichen
Quellen. Eine solche Ernährung, die an das tägliche Grasen einer Kuh auf einer Weide erinnert, macht
weder ernährungsphysiologisch, noch physisch oder biologisch in Anbetracht der üblichen
Ernährungsweisen von Hunden irgendeinen Sinn. Und dennoch greifen wir immer weiter und immer
wieder zu Trockenfutter.
Tiere überleben auch mit minderwertigen Futter
Menschen lernen rasch – und wir stellten fest, dass unsere Haustiere auch mit minderwertiger
Nahrung überlebten, mitunter sogar sehr alt wurden. Warum sollten wir also auf eine billige,
bequeme Proteinquelle mit niedriger Qualität verzichten, wenn sie vollkommen ausreicht, um unsere
Hunde am Leben zu halten?
Nun, die Zeiten haben sich geändert. Heutzutage spüren wir nicht mehr viel von der großen
Depression, den meisten Menschen in unserem Land geht es gut und der Blick auf unsere Haustiere
hat sich merklich geändert – während der Hund noch vor wenigen Jahren als praktisches
Nutztier galt, ist er heute in vielen Familien ein fester Bestandteil. Daher ist es umso wichtiger, sich
genau vor Augen zu führen, von was sich der Hund ursprünglich ernährt und was mit der
industriellen Fütterungsweise von heute mit einhergeht. Die Antwort liegt auf der Hand:
Durch die Fütterung von Trockenfutter und industriell verarbeitetem Nassfutter entstehen
zahlreiche chronisch degenerative Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Allergien,
Nierenschäden, Probleme mit der Pankreas und der Leber. Die Krebsraten steigen nicht nur bei uns
Menschen, sondern auch bei unseren Haustieren signifikant an, selbst Erbanlagen werden nachhaltig
durch eine falsche Ernährungsform verändert. So entsteht ein langfristiges Problem, dessen Folgen
wir bisher noch nicht einmal richtig abschätzen können. Wenn man sein Haustier schätzt, sollte man
sich also ernsthafte Gedanken über eine artgerechte Ernährung machen.

Mögliche Folgen:
 Allergien und Unverträglichkeiten
 Nierenprobleme
 Immunerkrankungen
 Krebs
 Leber Probleme
 Bauchspeichelsdrüsen Probleme, Diabetes,
 Magen-Darm-Probleme
 Haut und Fellprobleme
 Gelenks- und Skelettprobleme
 Übersäurerung, …..


 Studien geben der These recht:


Natürlich ist es einfach, derartige Theorien in den Raum zu stellen, ohne Beweise dafür vorzubringen
– auch wenn die Theorie an sich schon logisch erscheint. Doch auch Forscher begannen vor einigen
Jahren, sich für das Thema zu interessieren. So startete in Stockholm, Schweden, unter der Führung
von Dr. Kollath eine Studie, die die fatalen Folgen von Trockenfutter beweisen sollte. So wurde
Jungtieren, die unter Labor-Bedingungen aufwuchsen und sich somit ideal zum Erstellen einer Studie
eigneten, schon nach den ersten Monaten ausschließlich mit gekochter und verarbeiteter Nahrung
gefüttert.

Zunächst erschienen sie gesund und wohlauf, aber mit der Reife entstanden schnell degenerative
Krankheitssymptome und die Alterung setzte verfrüht ein. Parallel dazu gab es natürlich auch
Studientiere die ausschließlich mit rohem Fleisch, Organen und weiteren tierischen Bestandteilen
ernährt wurden – hier zeigte sich keine verfrühte Alterung und auch die degenerativen
Krankheitssymptome traten nicht auf.
In Belgien wurde eine ähnliche Studie durchgeführt, bei der mehr als 500 Haushunde über einen
Zeitraum von fünf Jahren (1998-2002) begleitet und untersucht wurden. So konnten die Autoren,
Lippert und Sapy, statistisch nachweisen, dass Hund die mit einer hausgemachten Fleisch-Diät aus
hochwertigen Lebensmitteln, die auch Menschen verzehren könnten, deutlich gesünder sind als
Hunde, die mit industriell hergestellter Tiernahrung aus dem Handel ernährt wurden. Ferner stellten
sie fest, dass die Lebenserwartung der Hunde, die hochwertige Nahrung erhielten, etwa 32 Monate
höher war als die der industriell ernährten Tiere – das sind immerhin beinahe drei Jahre!


Das Problem mit der Feuchtigkeit:
Eines der größten, aber bei weitem nicht das einzige Problem von Trockenfutter, ist die enthaltene
Feuchtigkeit. Sieht man sich die natürlichen Ernährungsgewohnheiten des Wolfes an oder betrachtet
man einen wildlebenden Hund, so stellt man schnell fest, dass die üblichen Beutetiere nahezu
vollständig verzehrt werden. Im Körper eines Kaninchens, das ganz klar auf der Beuteliste des Wolfs
steht, findet man einen Flüssigkeitsanteil von ca. 70 – 80%, welche mit dem Verspeisen des Tieres
natürlich auch in den Körper des Wolfes mit übernommen werden.


Selbiges gilt auch für unsere Hunde, die mit Rohfleisch gefüttert werden – bei einer ausgewogenen
Ernährung rund um rohes Fleisch geht man von einem Feuchtigkeitsanteil von bis zu 80 % aus, die
allein über die Ernährung in den Körper es Hundes gelangen. Zusätzlich trinkt der Hund natürlich
noch einige Mengen an Wasser, sodass der Körper optimal mit Feuchtigkeit versorgt ist.
Trockenfutter dagegen hat jedoch eine Feuchtigkeit von maximal 10 %, sodass der Körper beim
Verzehr und dem Verdauungsvorgang permanent mit zu wenig Feuchtigkeit versorgt wird. Dies hat
zahlreiche körperliche Konsequenzen zur Folge.


Täuschende Deklarationen auf dem Trockenfutter:


Auf dem Deklarationszettel des Trockenfutters finden sich zahlreiche Angaben, bei denen man nicht
sicher weiß, um welche Bestandteile exakt es sich handelt. Besonders heimtückisch ist hier
die Angabe von frischem Fleisch, das zwar als solches auf der Verpackung angegeben wird, jedoch als
reine Trockenmasse enthalten ist (Beispielsweise im Wolf of Wilderniss Junior). So kann man rund
70% wieder herunter rechnen, um auf den Gesamtanteil im Futter zu kommen.
Auch durch den Einfluss verschiedenster Konservierungsmittel und die extreme Art der Erhitzung zur
Haltbarmachung des Futters kann man das enthaltene Fleisch natürlich nicht mehr als frisch
bezeichnen.
Außerdem finden sich zahlreiche Umschreibungen auf der Verpackung, unter anderem „Zucker“
wird oft stattdessen als Saccharose, Glukose, Dextrose, Karamellsirup, Gerstenmalz,
Traubenfruchtsüße, Rübenschnitzel und vieles mehr bezeichnet, das dafür sorgt, dass der
Verbraucher nicht sofort begreift, um welchen Inhaltsstoff es geht.
Siehe hierzu zu auch unser Handout „ Hundefutter – ein Irrweg zum guten Futter“
Nachteile des Trockenfutters


Es ist leicht, Trockenfutter für seine schlechte Zusammensetzung zu kritisieren, wenn man nicht
genau auseinandernimmt, was sich darin befindet und warum genau es so schädlich auf den
Organismus des Hundes wirkt. Daher sehen wir uns im Folgenden die zahlreichen Nachteile des
Trockenfutters genauer an – und vergleichen diese natürlich auch mit den Vorteilen, die von
Trockenfutter ausgehen.
Eine permanente Dehydration – Wassermangel ist vorprogrammiert
Obwohl ein Hund durchaus dazu in der Lage ist, im extremen Notfall zwei bis drei Wochen restlos auf
Nahrung verzichten zu können, gilt ein Wassermangel im Körper der Tiere bereits ab 10 % als
ausgesprochen gefährlich, sogar tödlich. Bei der Ernährung durch Trockenfutter trocknet der
Vierbeiner konstant immer weiter aus, da das Futter selbst im Magen bereits jegliche zugeführte
Flüssigkeit aufsaugt.


Die Folgen der permanenten Unterversorgung mit Feuchtigkeit sind groß – innere Organe nehmen
Schaden, Erkrankungen können entstehen oder sich ausbreiten. Besonders betroffen sind an dieser
Stelle die Nieren, die nicht mehr ausreichend gespült werden können, da die dafür
notwendigen Wassermengen im Körper schlicht nicht mehr vorhanden sind. Aufgrund dessen
nehmen auch vor allem die Lebererkrankungen in den letzten Jahren beständig zu – ein Ende derzeit
nicht in Sicht. Auch der Darm benötigt Wasser um den Nahrungsbrei zu vermengen.

Übrigens lässt sich der Vergleich am eigenen Tier auch ganz einfach anstellen. Wenn man seinem Tier
an einem Tag ausschließlich gewöhnliches Trockenfutter verfüttert und ein paar Tage später
ausschließlich hochwertiges, artgerechtes und nährstoffreiches Rohfleisch verfüttert, das einen
Feuchtigkeitsgehalt von bis zu 85 % aufweist, erkennt man schnell den Unterschied:
Der Vierbeiner wird erheblich weniger trinken als während der Trockenfutter-Phase, aber dennoch
deutlich mehr urinieren. Auch der Kot wird umgehend weicher und lässt sich – für das Tier deutlich
angenehmer – dementsprechend leichter aus dem Körper pressen. Hier sind auch Parallelen zu
Menschen möglich, denn auch bei uns erkennt man an einem gesunden Stuhlgang auch eine
gesunde Ernährung – oder eben nicht.


Schwere Verdaulichkeit von Trockenfutter:


Durch seine zusammengepresste, feste Konsistenz ist Trockenfutter grundsätzlich nur sehr schwer
verdaulich. Die Briketts müssen zuerst aufgespalten werden, wofür im Magen eine große Menge
Wasser von Nöten ist – und eine Menge Platz, was jedoch durch die Anatomie der Haushunde und
die damit einhergehende Größe des Magens schlicht nicht möglich ist. Dementsprechend dehnt sich
das Futter zu wenig aus, selbst die minderwertigen Nährstoffe werden nur in geringen Teilen
aufgenommen und der Rest der Masse wird ungenutzt wieder ausgeschieden.


So entsteht nicht nur eine permanente Unterversorgung mit Nährstoffen (die natürlich auch noch
weitere Ursprünge hat), sondern auch die Menge des Kotabsatzes wird deutlich erhöht.
Auch hier lässt sich ganz einfach ein Selbstversuch durchführen. Damit ein Hund die übliche
Tagesration an Trockenfutter im Magen ausreichend aufweichen kann, müsste er das ca. 4 bis 6-
fache des Futters an Wasser trinken. Auch hier kann man dies ganz einfach selbst testen, indem man
eine vollständige Tagesmahlzeit einnimmt und anschließend versucht, das 4 bis 6-fache des Ganzen
noch zusätzlich zu trinken – jeder wird sehen, dass das körperlich nicht möglich ist und schon der
Versuch eher schmerzhafte Krämpfe im Magen auslöst, als sinnvoll zu sein.


Mehr Getreide/Kartoffeln/Erbsen als Fleisch:


Die Basis für Trockenfutter ist zwangsläufig immer Getreide. Dabei handelt es sich um einen
preisgünstigen, lang haltbaren Füllstoff, der den geringen Fleischanteil von Trockenfutter
kompensieren und ausgleichen soll. In der Theorie stimmt das natürlich, praktisch sind unsere Hunde
jedoch keine Allesfresser, auch wenn dies oft behauptet wird. Hunde gelten als absolute Karnivoren,
die nur geringe Mengen Getreide und Kohlenhydrate verwerten können – und auch dann sollte die
Zufuhr ausschließlich über den Mageninhalt der Beutetiere erfolgen, wo das Getreide bzw.
die Kohlenhydrate schon vorverdaut wurden.


Selbst tausende Jahre der Domestizierung konnten das Fressverhalten und die Bedürfnisse unserer
Hunde nicht verändern – dennoch greifen wir heute zu Futtermitteln, die komplett gegen die
Ernährungsgewohnheiten unserer Vierbeiner gehen.

Auch getreidefreies Trockenfutter ist von dieser Problematik betroffen, da hier stattdessen einfach
auf andere Kohlehydrat-Lieferanten zurückgegriffen wird, man aber mitnichten mehr Fleisch im
Futter einsetzt. Dies hat nicht nur preisliche Gründe, auch die lange Haltbarkeit würde damit nämlich
verloren gehen. Dementsprechend kann man bei Trockenfutter immer davon ausgehen, dass es sich
um minderwertiges Futter handelt, das absolut nicht auf die Bedürfnisse unserer Hunde abgestimmt
ist.
Schlechte Verwertbarkeit
Kein Nahrungsmittel, das vom Hund aufgenommen wird, kann restlos vom Körper verarbeitet
werden. Daher werden überflüssige Stoffe und unverdauliche Bestandteile mit dem Kot wieder
ausgeschieden – sodass die Menge des Kotabsatzes rasch Rückschlüsse darauf zulässt, ob das Futter
des Hundes artgerecht ist oder nicht. Verschiedene Futterarten weisen natürlich auch eine
unterschiedliche Verwertbarkeit auf, die auf ernährungsphysiologischen Prozessen im Magen-Darm-
Trakt beruht:
 Feuchtfutter mit ca. 70 % Fleischanteil – Verwertbarkeit von 85-95 %
 Gegartes Fleisch – Verwertbarkeit von ca. 90 %
 Gekochtes Fleisch – Verwertbarkeit von ca. 80 %
 Industrielles Feuchtfutter mit 4 % Fleischanteil – ca. 45-55 % Verwertbarkeit
 Trockenfutter – Verwertbarkeit von ca. 30 – 40 %


So ist schnell ersichtlich, dass der Großteil der Inhaltsstoffe bei Trockenfutter den Körper im Grunde
ungenutzt wieder verlässt. Dies führt natürlich auf Dauer nicht nur zu einer Unterversorgung mit
Nährstoffen, sondern die vermehrte Entstehung von Kot belastet auch die Organe extrem.
Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker
Schon bevor das Getreide überhaupt zu Trockenfutter wird, werden große Mengen dessen zunächst
einmal in großen Getreidespeichern gelagert. Dementsprechend ist schon lange vor der Bearbeitung
des Ganzen eine Haltbarmachung notwendig. Während des Vorgangs zur Herstellung des
Trockenfutters kommt eine weitere Art der Konservierung ins Spiel – Konservierungsstoffe finden
ihren Weg in das Trockenfutter unserer Hunde. Meist werden hier Stoffe wie BHA, BHT, Etoxyquin,
Formaldehyd usw. eingesetzt, die nicht nur als lang wirkende Gifte gelten, sondern auch nachweislich
für die Entstehung von allergischen Reaktionen bei Hunden (und Katzen) verantwortlich sind.

Hier greifen viele Hersteller jedoch zu einem Trick, um sich einer entsprechenden Deklaration zu
widersetzen: Wenn man die Angabe „Frei von Konservierungsstoffen“ auf einer Verpackung für
Trockenfutter findet, gibt der Hersteller hier einzig darüber Auskunft, was während der Vorgänge in
seinem Unternehmen bei der Herstellung des Trockenfutters eingesetzt wurde. Er muss jedoch nicht
erwähnen oder deklarieren, ob das Getreide schon im Vorfeld mit Konservierungsstoffen in
Berührung kam.

In jedem Trockenfutter sind Konservierungsstoffe enthalten – egal was auf der
Verpackung steht!


Auch sensorische Zusatzstoffe spielen bei Trockenfutter eine große Rolle, denn die geringen Mengen
Fleisch bieten weder geruchlich, noch geschmacklich ein besonders angenehmes Erlebnis für den
Hund. Daher setzen die Hersteller hier ganz auf sensorische Zusatzstoffe, die sowohl für ein
intensives Geruchserlebnis sorgen (das notwendig ist, damit der Hund sich für das Futter überhaupt
interessiert) sowie auf ein intensives Geschmackserlebnis, das wiederrum erst dafür sorgt, dass der
Hund das Futter auch frisst.


Wären diese Zusatzstoffe dem Futter nicht beigemischt, würden die Hunde sich – mangels sinnvoller
Inhalte – gar nicht erst für die Nahrung interessieren und diese links liegen lassen. Dementsprechend
kann man davon ausgehen, in jedem Trockenfutter sensorische Inhaltsstoffe zu finden – was
natürlich wieder auf Kosten der Gesundheit der Tiere geht.
Schäden an Zähnen und Zahnfleisch
Auch der pH-Wert des Speichels wird
nachhaltig von dem Einfluss von
Trockenfutter verändert. Da die trockene
Nahrung im Magen jegliche Flüssigkeit
aufsaugt, entsteht eine deutlich
konzentriertere Magensäure. Diese
wiederrum nimmt maßgeblichen Einfluss
auf die Bildung von Speichel, sodass auch
dieser über einen zu hohen ph-
Wert verfügt und nicht nur die Zähne
langfristig schädigt, sondern auch
zur Bildung von Zahnstein beiträgt.
So führt eine Ernährung mit Trockenfutter zwangsläufig zu schweren Zahnschäden, die sowohl die
Zähne selbst, als auch das Zahnfleisch (das durch die unangenehme Säure-Regulation stetig
angegriffen wird) betreffen. Übrigens gilt dies nicht nur für herkömmliches Trockenfutter aus dem
Supermarkt, sondern auch industrielle Futtersorten mit hohem Zuckeranteil sind hier
mitverantwortlich. Da Kohlenhydrate und Getreide im Körper zu Zucker umgewandelt werden,
sorgen bei der Fütterung von Trockenfutter sogar zwei Aspekte für die Entstehung von Zahnstein und
einem ungünstigen pH-Wert im oralen Bereich.


 Übergewicht und Magendrehungen werden zum Risiko
Da Trockenfutter überwiegend aus Kohlenhydraten und Getreide besteht, welches im Körper selbst
zu Zucker umgewandelt wird, ist der Körper der Hunde einer übermäßigen Belastung mit Zucker
ausgesetzt. Dies führt meist recht schnell Zeit zu Übergewicht, insbesondere dann, wenn der Mangel
an Energie – weil pflanzliche Proteine deutlich weniger Energie liefern als tierische – zusätzlich zu
einer zu geringen Bewegung beiträgt.


Für die Verdauung von Kohlenhydraten und Getreide brauch der Hundekörper ausgesprochen lange,
während tierische Proteine umgehend aufgenommen und vom Körper verarbeitet werden können.
Dies in Kombination mit der Masse an Nahrung, die im Magen entsteht, wenn das Trockenfutter
aufquillt, erhöht nicht nur das Risiko zu
Übergewicht, sondern auch die Gefahr einer
Magendrehung besteht – denn schließlich liegt
Trockenfutter ausgesprochen schwer im
Magen. So riskiert man mit der Fütterung von
Trockenfutter gleich auf zwei verschiedene
Arten langfristig das Leben des geliebten
Vierbeiners.
Natürliche Inhaltsstoffe ihrer Basis beraubt
Verschiedenste Inhaltsstoffe werden bei der Herstellung von Trockenfutter eingesetzt, unter
anderem Getreide, Tiermehle, Pflanzenmehle und verschiedene Fette. All diese Bestandteile werden
zu einem dickflüssigen, beinahe festen Brei vermischt. Anschließend werden der bisher eher
unattraktiven Masse noch chemische Zusätze wie Farb-, Lock- und Konservierungsstoffe hinzugefügt,
die ausnahmslos in einer chemischen Küche entstanden sind und jeder Natürlichkeit entbehren. Nur
so kann eine Akzeptanz beim Tier gewährleistet werden.
Dieser unappetitlich wirkende Brei wird im Anschluss in eine passende Form gefüllt, unter sehr
hohem Druck (bis zu 300 bar) gepresst und so in die gewünschte Form gebracht. Das ganze Gemisch
wird anschließend – zu Zwecken der langen Haltbarkeit – bei bis zu 400 Grad Celsius getrocknet.
Anschließend bleibt nur eine Restfeuchtigkeit von ca. 4 bis 6 % übrig und eine Form, die jeglicher
Natürlichkeit entbehrt.


Es sollte für jeden Verstand leicht zu begreifen sein, dass derart bearbeitete Lebensmittel – gepresst,
hoch erhitzt, wild miteinander vermischt – keine nennenswerten Inhaltsstoffe mehr enthalten. Vor
allem Vitamine, die äußerst empfindlich auf Hitze und Druck reagieren, werden bei dieser Art des
Herstellungsverfahrens beinahe komplett zerstört und müssen auf chemischer Grundlage künstlich
hinzugefügt werden.